2010

AETERNAM – Disciples Of The Unseen

Melodic Death Metal / 44:05 ~ Sehr gutes, vielversprechendes Debüt mit vielen orientalischen Einflüssen, klingt wie eine zugänglichere, melodischere Version von Nile. Die ausgefeilten Melodien, mitreißenden Riffs und der variable, immer genau richtig eingesetzte Gesang machen „Disciples Of The Unseen“ zu einem tollen Album ohne nennenswerte Schwachpunkte. ~ Highlight: „Ouroboros“, Wertung: 8,5/10

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ALCEST – Écailles De Lune

Melodic Black Metal, Postrock, Avantgarde / 41:47 ~ Ein vielfältiges Album, das von rasendem Black Metal bis zu verträumten Parts alles mögliche zu bieten hat, dabei aber immer die gleiche, sehr melancholische Atmosphäre beibehält. ~ Highlights: Beide Teile des Titeltracks, Wertung: 7,5/10

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ALKALINE TRIO – This Addiction

Punkrock / 34:32 ~ Der Nachfolger des 2008er Werks „Agony & Irony“ ist etwas weniger poppig, dafür schlichter und konzentriert sich aufs Wesentliche. Heraus kommt ein Album mit einigen absoluten Ohrwürmern, aber auch mit einigen Songs, die leider etwas farblos bleiben. ~ Highlights: „Dine, Dine My Darling“ & „Piss And Vinegar“, Wertung: 6/10

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AMORPHIS – Magic & Mayhem: Tales From The Early Years

Melodic Death Metal / 60:35 ~ Für dieses Album haben die Urgesteine von Amorphis einige Songs der ersten drei Alben „The Karelian Isthmus“, „Tales From The Thousand Lakes“ und „Elegy“ neu eingespielt. Die Qualität der Stücke steht größtenteils sowieso außer Frage, und Sänger Tomi Joutsen, der seit 2005 Mitglied der Band ist, gibt dem ganzen mit seiner großartigen Stimme den letzten Schliff. Eine tolle Neuauflage genialer Musik! ~ Highlights: „Black Winter Day“, „My Kantele“, Wertung: 9/10

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AMY MACDONALD – A Curious Thing

Pop / 50:17 ~ Auf dem Nachfolger des sehr erfolgreichen „This Is The Life“ bleibt eigentlich alles beim alten: Ins Ohr gehende, folk-angehauchte und manchmal leicht dramatische Popsongs. Die Hitdichte ist leider deutlich geringer als auf dem Debüt und etwas mehr Kreativität und Mut zu Experimenten hätten Amy Macdonald garantiert nicht geschadet. ~ Highlights: „Don’t Tell Me That It’s Over“ & „My Only One“, Wertung: 5/10

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ANATHEMA – We’re Here Because We’re Here

Art-Rock, Progressive Rock / 57:39 ~ Ganze sieben Jahre nach dem letzten Album „A Natural Disaster“ liefern Anathema jetzt endlich Nachschub. Am Stil, den die Band wohl inzwischen endgültig gefunden hat, hat sich nicht sehr viel geändert: Luftige, atmosphärische Songs, die zum Teil stark an der Kitschgrenze kratzen und ab und zu (z.B. bei „Dreaming Light“) auch meilenweit darüber hinausschießen – aber irgendwie schafft die Band es, das ganze trotzdem packend und vor allem sehr abwechslungsreich zu präsentieren, ob es jetzt melancholisch, hektisch oder dramatisch ist, „We’re Here Because We’re Here“ reißt einfach mit. ~ Highlights: „Thin Air“, „A Simple Mistake“ und „Universal“, Wertung: 8/10

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ANGELS & AIRWAVES – Love

Alternative Rock / 53:56 ~ Jetzt mal ehrlich. „Love“? Ernsthaft? Den Preis für den kreativsten Albumtitel bekommen Angels & Airwaves schon mal ganz bestimmt nicht. Und auch die Musik auf dem neuen, übrigens kostenlos herunterzuladenden Album der Band um Tom DeLonge bietet nicht wirklich etwas Neues, im Gegenteil: Im Grunde ist das hier die selbe Soße wie auf „We Don’t Need To Whisper“ und „I-Empire“. Fakt ist aber, dass DeLonge einfach ein Gefühl für gute Melodien hat und sich so auch hier einige tolle Songs finden lassen. Jetzt braucht das Album nur noch einen vernünftigen Titel. ~ Highlights: „The Flight Of Apollo“, „Shove“ & „Epic Holiday“, Wertung: 6,5/10

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APOCALYPTICA – 7th Symphony

Classic Metal, Cello-Rock / 47:41 ~ „At The Gates Of Manala“ hat mich erstmal mit offenem Mund zurückgelassen: Dieser schwere Instrumentalbrocken gehört mit zum Besten, was die Finnen jemals abgeliefert haben. Abwechslungsreich, düster, hart, einfach Wahnsinn! Und was machen die danach? Setzen zwei saft- und farblose Alternative-Rock-Songs mit den Sängern von Bush und Shinedown dahinter. Und so geht es weiter: Die Nummern mit Gesang können, bis auf den Song mit Gojira-Sänger Joseph Duplantier, der etwas frischen Wind bringt, kein bisschen mit den instrumentalen Sachen mithalten (interessanterweise ganz im Gegensatz zum letzten Werk „Worlds Collide“, wo die gesungenen Stücke größtenteils sehr gut waren, die instrumentalen aber etwas inspirationsarm wirkten). Ob das bollernde „2010“ (mit Dave Lombardo am Schlagzeug), das sehr eigensinnige „On The Rooftops With Quasimodo“ oder das brilliante Abschlussduo „Sacra / Rage Of Poseidon“, instrumental sind Apocalyptica so interessant wie schon lange nicht mehr. Schade, dass aus PR-Gründen die Prominenz langweilige Soße mit reinrühren muss. ~ Highlights: Alle instrumentalen Tracks und „Bring Them To Light“, Wertung: 7,5/10

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APRIL DIVINE – Redemption

Alternative Rock / 46:24 ~ Machen wir es kurz: April Divine schaffen es auf „Redemption“ nicht, den Hörer länger als zwei, drei Songs aufmerksam zu halten. Stimmt der sehr kreativ betitelte Opener „#1“ mit seinem Ohrwurmrefrain noch optimistisch, driften die Gedanken schon bald ab und man konzentriert sich auf interessantere Dinge als diese zwar gut gemachte, aber ziemlich uninteressante Musik; daran ändert auch das halbwegs gelungene Seal-Cover „Kiss From A Rose“ nichts. ~ Highlight: „#1“, Wertung: 4/10

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ARCADE FIRE – The Suburbs

Indie / 63:57 ~ Die glorreichen Retter des Indierocks, als die Arcade Fire oft angesehen werden, sind sie ganz bestimmt nicht. Allerdings liefern sie mit „The Suburbs“ das dritte sehr gute Album in Folge ab, das diesmal deutlich leichter und unbeschwerter klingt als das düstere „Funeral“ oder das opulente „Neon Bible“. ~ Highlights: Eigentlich lassen sich keine eindeutigen Highlights feststellen, das Album wirkt eher im Gesamteindruck. Am besten gefällt mir aber „Sprawl II (Mountains Beyond Mountains)“, Wertung: 8/10

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AS I LAY DYING – The Powerless Rise

Metalcore / 44:08 ~ In der Metalszene werden As I Lay Dying immer noch etwas belächelt, denn die spielen ja Metalcore, und dann auch noch mit poppigen Refrains, und das ist ja grundsätzlich erst mal Kommerz und Scheiße und so weiter. Schwachsinn, „The Powerless Rise“ ist ein bärenstarkes Album, und garantiert nicht so poppig wie immer behauptet wird, im Gegenteil – Songs wie „Beyond Our Suffering“ oder „Condemned“ mähen alles in Grund und Boden, und die – zugegebenermaßen ziemlich eingängigen – Refrains der anderen Stücke gehen absolut ins Ohr und sind immer gut in Szene gesetzt. ~ Highlights: „Anodyne Sea“, „Anger And Apathy“ und „Parallels“, Wertung: 8/10

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ASPERA – Ripples

Progressive Metal / 54:41 ~ Obwohl sie erst um die 20 Jahre alt sind, sind die Jungs von Aspera eine der ganz großen Hoffnungen im Prog-Metal. Unglaublich mitreißende, genial strukturierte Hammersongs wie der Titelsong, „Remorse“ oder der krönende Abschluss „The Purpose“, garniert mit wahnsinnigen instrumentalen Fähigkeiten und einem Sänger, der sich vor keinem Vergleich mit den ganz Großen der Szene (Daniel Gildenlöw, Russell Allen, …) zu fürchten braucht. Jeder einzelne Song auf „Ripples“ lässt den Unterkiefer des Hörers mit Schallgeschwindigkeit zu Boden rauschen, vielleicht mit Ausnahme des etwas zu kitschigen, dafür aber auch nur 2 Minuten langen „Reflections“. Absoluter Tipp und definitiv eins der besten Alben des Jahres. ~ Highlights: „Ripples“, „Remorse“, „Between Black & White“, „Torn Apart“, „The Purpose“, Wertung: 9,5/10

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ASSUME NO ORDER – Nothing More

Postrock, Chaoscore / 39:24 ~ Einen passenderen Bandnamen habe ich selten gehört, denn von Ordnung ist auf „Nothing More“ wirklich nicht viel zu hören. Stattdessen wirre, instrumentale Tracks mit dissonanten Riffs und seltsamen Rhytmen, ab und zu auch etwas ruhigere, fast schon eingängige Parts. Das ganze ist auch nicht schlecht umgesetzt, aber einen wirklichen Eindruck hinterlässt das Album nicht. ~ Highlights: kaum möglich, irgendwas herauszupicken, Wertung: 5,5/10

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AUDREY HORNE – Audrey Horne

Hard Rock, Alternative / 50:03 ~ Dass sich Mitglieder norwegischer Black-Metal-Bands wie Enslaved und Gorgoroth zusammenfinden, um melodischen Hard Rock zu spielen, ist ungewöhnlich. Dass dabei dann auch noch so geile Musik rauskommt, ist noch ungewöhnlicher, aber irgendwie gelingt Audrey Horne dieses Kunststück. In ihrer Heimat sind sie schon seit dem Debüt „No Hay Banda“ Superstars und haben bereits die norwegische Version des Grammys gewonnen, und mit ihrem dritten, selbstbetitelten Album sollte dem Erfolg im Rest der Welt eigentlich nichts mehr im Weg stehen. Eingängige und trotzdem sehr eigenständige Songs wie „Circus“ und „Down Like Suicide“ wechseln sich mit progressiveren Tracks („Firehose“, „Pitch Black Mourning“) ab und ergeben zusammen ein wahnsinnig gutes Album, das mit Hammondorgeln, Hardrockriffs und Keyboards, die teilweise auch durchscheinen lassen, dass diese Leute normalerweise Black Metal spielen, Einflüsse aus allen möglichen Richtungen in den Schmelztopf wirft und zu einem absolut genialen Eintopf verarbeitet. Großartig! ~ Highlights: „Circus“, „Down Like Suicide“, „Sail Away“, „Firehose“, „Darkdrive“, Wertung: 10/10

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